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Winterblues – wie komme ich da wieder raus?
Winterblues in Norderstedt: Bei „Medizin Aktuell“ informierten Dr. Fabian Paul und Prof. Dr. Sönke Arlt im DRK-Haus über Ursachen, Warnzeichen und Hilfe bei Winterdepression und Altersdepression – verständlich, praxisnah und aktuell.
Winterblues und Altersdepression erkennen und wirksam behandeln
Die gemeinsame Veranstaltungsreihe „Medizin Aktuell“ des Deutschen Roten Kreuzes Norderstedt, des Seniorenbeirates Norderstedt, des Ärztenetzes HUK & HANN e.V. sowie des Albertinen Krankenhauses ist längst eine feste Institution in Norderstedt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Donnerstag, 5. Februar stand die seelische Gesundheit in der dunklen Jahreszeit. Unter dem Titel „Winterblues – wie komme ich da wieder raus?“ informierten Dr. Fabian Paul, Facharzt für Innere Medizin in einer Norderstedter Gemeinschaftspraxis sowie Prof. Dr. Sönke Arlt, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Albertinen Krankenhaus, darüber, warum Stimmungstiefs im Winter häufig auftreten, wann aus dem Winterblues eine behandlungsbedürftige Depression werden kann und welche Hilfeangebote es gibt. Trotz widriger Witterungsverhältnisse hatten viele Interessierte den Weg in das DRK-Haus am Ochsenzoller Weg gefunden. Sie wurden mit fachlich fundierten Vorträgen der Experten belohnt.
Von Stimmungstief bis Depression: Ursachen, Warnzeichen und Hilfe im Überblick
Viele Menschen fühlen sich in den Herbst- und Wintermonaten antriebslos, müde oder niedergeschlagen. Weniger Tageslicht, eingeschränkte Bewegung und soziale Rückzüge können das seelische Gleichgewicht belasten. Dr. Fabian Paul erläuterte: „Ein vorübergehender Winterblues ist weit verbreitet. Hält die gedrückte Stimmung jedoch über Wochen an oder kommen Schlafstörungen, Interessenverlust oder Hoffnungslosigkeit hinzu, sollte dies ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.“
Ein besonderer Fokus der Veranstaltung lag auf der Altersdepression, die häufig unerkannt bleibt. Gerade bei älteren Menschen äußern sich depressive Erkrankungen nicht immer durch Traurigkeit, sondern etwa durch körperliche Beschwerden, Rückzug, Reizbarkeit oder Gedächtnisprobleme. Prof. Dr. Sönke Arlt betonte: „Depressionen im höheren Lebensalter werden leider noch immer häufig übersehen oder als normale Alterserscheinung fehlinterpretiert. Dabei handelt es sich um ernstzunehmende Erkrankungen, die gut behandelbar sind – vorausgesetzt, sie werden rechtzeitig erkannt.“
Die Referenten informierten allgemeinverständlich über typische Auslöser von Winterdepressionen und Altersdepressionen, über Warnzeichen sowie über Möglichkeiten der Vorbeugung. Dazu zählen unter anderem Bewegung, Tageslicht, soziale Kontakte, aber auch psychotherapeutische und medikamentöse Behandlungsansätze. Prof. Dr. Arlt: „Niemand muss mit einer Depression allein bleiben. Es ist ein wichtiger Schritt, sich Hilfe zu holen – und dieser Schritt lohnt sich in jedem Lebensalter.“


