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Weltfrauentag: Koronare Herzkrankheit bei Frauen frühzeitig erkennen, Symptome ernst nehmen
Dr. Irina Brätz, Oberärztin im Albertinen Herz- und Gefäßzentrum in Hamburg, macht zum Weltfrauentag am 8. März auf geschlechterspezifische Unterschiede in der Symptomatik einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) aufmerksam.
Die Koronare Herzkrankheit entsteht durch Verengungen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße. Ursache sind meist Ablagerungen (Plaques) in den Gefäßwänden, die die Durchblutung des Herzmuskels beeinträchtigen. In der Folge kann es zu Brustschmerzen (Angina pectoris), Luftnot oder im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt kommen.
„Die klassische Vorstellung vom Herzinfarkt – starke, in den linken Arm ausstrahlende Brustschmerzen – trifft häufiger auf Männer zu. Bei Frauen stehen eher Druck- oder Engegefühl in der Brust im Vordergrund. Hinzu kommen oft subtile, unspezifische Symptome“, erklärt Dr. Brätz, Oberärztin in der Klinik für Kardiologie im Hamburger Albertinen Krankenhaus als Teil des Albertinen Herz- und Gefäßzentrums. So klagen Frauen im Falle eines Herzinfarkts häufiger über Atemnot, Übelkeit oder Erbrechen, Oberbauchbeschwerden und Rückenschmerzen.
Frühzeitige Abklärung entscheidend
„Gerade diese unspezifischen Beschwerden können dazu führen, dass die Symptome nicht sofort mit dem Herzen in Verbindung gebracht werden und dadurch die Diagnose mitunter verzögert gestellt wird“, so Dr. Brätz. Dabei sei eine frühzeitige Abklärung entscheidend, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.
Bei Frauen spielen zudem neben klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen auch hormonelle Veränderungen eine wichtige Rolle. So steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, nach den Wechseljahren an.
Die durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierte „Chest Pain Unit“ (CPU) gewährleistet eine schnelle und sichere Diagnose der Koronaren Herzkrankheit und insbesondere des Herzinfarktes durch erfahrenes medizinisches Personal in der Zentralen Notaufnahme des Albertinen Krankenhauses. Neben EKG, Echokardiographie und Herzkatheteruntersuchungen kommen moderne bildgebende Verfahren wie die CT-Koronarangiographie und die kardiale MRT-Untersuchung zum Einsatz.
„Frauen sollten ihre Symptome ernst nehmen“
Im Albertinen Herz- und Gefäßzentrum arbeiten Kardiologie und Herzchirurgie eng zusammen. In interdisziplinären Fallbesprechungen wird für jede Patientin individuell geprüft, welche Therapieform die beste ist – von der medikamentösen Behandlung über Katheterverfahren bis hin zu herzchirurgischen Eingriffen. „Gerade bei Frauen ist es wichtig, genau hinzuschauen und Diagnostik sowie Therapie individuell anzupassen. Durch die enge Zusammenarbeit unserer Fachdisziplinen können wir eine maßgeschneiderte Diagnostik und Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau gewährleisten“, betont Dr. Brätz.
Zum Weltfrauentag ruft Dr. Brätz dazu auf, Herzgesundheit stärker in den Fokus der Frauengesundheit zu rücken: „Frauen sollten ihre Symptome ernst nehmen und frühzeitig ärztlichen Rat suchen. Herzkrankheiten sind keine Männerkrankheiten – sie betreffen Frauen mindestens genauso häufig.“