SLAP-Läsionen beim Handball
Wurfbewegungen mit maximaler Geschwindigkeit mit Rekordmarken von über 130 km/h, Körperkontakt sowie wiederholte Überkopfbelastungen führen zu einer starken Beanspruchung des Schultergelenks. Besonders häufig bei Wurfsportarten kommt es hierbei zur SLAP Läsion. Die Abkürzung steht für die Gelenklippe (Labrum) und den Übergang des Ansatzes der langen Bizepssehne am oberen Anteil der Schulterpfanne. Akute Verletzungen oder auch verschleißbedingte Schäden können Schmerzen verursachen und so die Wurfleistung deutlich reduzieren.
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Ursachen: Wie es zu SLAP-Läsionen kommt
Die Abkürzung SLAP steht für „Superior Labrum Anterior to Posterior“ – eine Läsion der oberen Gelenklippe von vorne nach hinten. Das Labrum stabilisiert mitunter das Schultergelenk und dient als Ansatzpunkt der langen Bizepssehne.
Beim Handball entstehen SLAP-Läsionen häufig durch:
- wiederholte Überkopfbewegungen beim Werfen
- starke Zugbelastung der Bizepssehne
- abruptes Abbremsen des Arms nach dem Wurf
- Stürze auf den ausgestreckten Arm
- direkte Traumata oder Schulterluxationen im Zweikampf
Besonders gefährdet sind Spielerinnen und Spieler mit hoher Wurfbelastung.
Symptome: Woran erkennt man SLAP-Läsionen?
SLAP-Läsionen verursachen häufig unspezifische Beschwerden, die sich schleichend entwickeln können. Typische Symptome sind:
- tief sitzende Schulterschmerzen, vor allem bei Überkopfbewegungen
- Schmerzen beim Werfen oder Passspiel
- Kraftverlust und reduzierte Wurfgeschwindigkeit
- „Schnappen“ oder Knacken im Schultergelenk
- Instabilitätsgefühl oder Unsicherheit bei Belastung
- Schmerzen bei bestimmten Armpositionen, z. B. beim Anheben oder Drehen
Oft treten die Beschwerden zunächst nur unter sportlicher Belastung auf und verstärken sich im Verlauf.
Diagnostik: So werden SLAP-Läsionen festgestellt
Die Diagnostik beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über Trainingsumfang, Wurfbelastung und den Schmerzverlauf. Anschließend erfolgt eine klinische Untersuchung mit speziellen Provokationstests, die Hinweise auf eine Labrumverletzung geben können.
Da SLAP-Läsionen klinisch schwer sicher zu erkennen sind, spielt die Bildgebung eine zentrale Rolle. Häufig wird eingesetzt:
- MRT noch besser geeignet ist die MRT-Arthrographie zur Darstellung des Labrums
- Ein Ultraschall ist leider aufgrund der nicht ausreichenden Darstellbarkeit der Struktur nicht geeignet.
Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Schulterverletzungen wie Rotatorenmanschettenproblemen oder Instabilitäten.
Therapie: Behandlung von SLAP-Läsionen
Die Behandlung richtet sich nach Ausmaß der Läsion, Beschwerden und sportlichem Anspruch.
Konservative Therapie ist bei vielen Fällen zunächst möglich, insbesondere bei Teilverletzungen oder moderaten Beschwerden. Sie umfasst:
- Schonung und Reduktion der Wurfbelastung
- Physiotherapie zur Stabilisierung der Schulter
- Kräftigung der Rotatorenmanschette und Schulterblattmuskulatur
- entzündungshemmende Maßnahmen bei Schmerzen
Wenn die Beschwerden trotz konsequenter Therapie bestehen bleiben oder eine ausgeprägte Instabilität vorliegt, kann eine operative Versorgung notwendig werden. Diese erfolgt meist arthroskopisch, z. B. durch:
- Refixation der Gelenklippe
- Stabilisierung des Bizepssehnenansatzes
Da die Struktur jedoch schlecht durchblutet und so die Heilungstendenz verringert ist erfolgt bei älteren und normal sportlich aktiven Menschen meist die Versetzung er langen Bizepssehne an den Oberarmkopf ( Bizeps-Tenodese)
Nachsorge und Rehabilitation
Nach einer SLAP-Verletzung ist eine strukturierte Rehabilitation entscheidend. Die Nachsorge umfasst:
- anfängliche Ruhigstellung in einer Schlinge
- schrittweiser Aufbau von Beweglichkeit und Kraft
- gezieltes Stabilisations- und Koordinationstraining
- sportartspezifischer Belastungsaufbau mit Wurftraining
Die Rückkehr zum Handball erfolgt je nach Schweregrad und Therapieform meist erst nach mehreren Monaten. Eine zu frühe Belastung kann das Risiko erneuter Beschwerden erhöhen.
Fazit
SLAP-Läsionen sind typische Schulterverletzungen im Handball, insbesondere bei Spielerinnen und Spielern mit hoher Wurfbelastung. Eine frühzeitige Diagnostik, gezielte Therapie und konsequente Nachsorge sind entscheidend, um Schmerzen zu reduzieren, die Schulter zu stabilisieren und eine sichere Rückkehr in den Sport zu ermöglichen.