Mittelhandknochen- und Fingerendglied-Fraktur im Handballsport
Beim Handball sind die Hände ständig im Einsatz: Fangen, Passen, Würfe blocken – all das beansprucht die Finger- und Mittelhandknochen stark. Brüche der Mittelhand oder der Fingerendglieder gehören daher zu den häufigsten Verletzungen im Ballsport. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend, um die volle Beweglichkeit und Griffkraft wiederherzustellen.
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Ursachen: Wie es zu Brüchen kommt
Die Mittelhandknochen (Metakarpalia) verbinden Handwurzel und Finger, während die Fingerendglieder die äußersten Glieder der Finger bilden.
Beim Handball kann es durch verschiedene Situationen zu Frakturen kommen:
- Direkter Aufprall des Balls oder eines Gegenspielers auf die ausgestreckte Hand
- Abknicken oder Verdrehung eines Fingers beim Fangen oder Blocken
- Sturz auf die Hand oder auf den ausgestreckten Arm
Besonders gefährdet sind die 4. und 5. Mittelhandknochen (Ring- und Kleinfinger) sowie das Endglied des Daumens oder Zeigefingers, die beim Ballkontakt oder Zusammenstoß stark belastet werden.
Symptome: Woran erkennt man einen Bruch?
Typische Anzeichen für eine Mittelhand- oder Fingerendgliedbruch sind:
- Akuter Schmerz unmittelbar nach dem Unfall
- Schwellung und Bluterguss im betroffenen Bereich
- Fehlstellung oder sichtbare Deformierung des Fingers
- Bewegungseinschränkung und Druckempfindlichkeit
- In schweren Fällen: Knirschen (Krepitation) oder spürbare und sichtbare Stufenbildung
Auch wenn die Schmerzen zunächst gering erscheinen, sollte eine Verletzung immer ärztlich untersucht werden – selbst kleine Frakturen können unbehandelt Fehlstellungen und schwere Bewegungseinschränkungen hinterlassen.
Diagnostik: Klare Bilder schaffen Sicherheit
Zur Abklärung führt die Ärztin oder der Arzt zunächst eine klinische Untersuchung mit Bewegungs- und Tastbefund durch. Zur sicheren Diagnose wird anschließend eine Röntgenaufnahme der Hand in drei Ebenen und bei Fingerbrüchen in zwei Ebenen angefertigt.
In besondere schwierigen oder unklaren Fällen – z.B. bei komplizierten oder gelenknahen Brüchen – kann eine Computertomographie (CT) sinnvoll sein, um den genauen Verlauf und eventuelle Gelenkbeteiligungen zu erkennen. Sollte der Verdacht auf spezielle Band- Sehnen- oder Kapselverletzungen bestehen kann auch eine ergänzende Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig sein.
Therapie: So wird der Bruch behandelt
Die Behandlung hängt von der Art und Lage des Bruchs sowie von der Stabilität der Knochenfragmente ab.
Konservative Therapie:
Bei einfachen, nicht verschobenen Frakturen reicht meist eine Ruhigstellung mit Schiene, Gips oder Spezialbandage aus.
- Dauer: etwa 3–6 Wochen
- Ziel: Schmerzfreiheit und stabile Knochenheilung
Operative Therapie:
Ist der Bruch verschoben, instabil oder gelenkbeteiligt, erfolgt eine operative Stabilisierung mit Drähten, Schrauben oder kleinen Platten. Um schneller wieder fit zu werden kann auch die Operation bei einfachen Brüchen eine abzuwägende sinnvolle Option sein.
Nach dem Eingriff wird die Hand zunächst ruhiggestellt, anschließend folgt eine funktionelle Nachbehandlung mit Physiotherapie.
Wichtig: Eine zu lange Immobilisierung kann zur Versteifung der Gelenke führen – deshalb ist die frühe Mobilisierung unter Anleitung besonders wichtig.
Nachsorge und Rehabilitation
Nach der Ruhigstellung oder Operation schließt sich eine gezielte physiotherapeutische Nachbehandlung an. Sie umfasst:
- Bewegungsübungen zur Wiederherstellung der Gelenkfunktion
- Kräftigungsübungen für Hand- und Unterarmmuskulatur
- Koordinations- und Balltraining zur schrittweisen Rückkehr in den Sport
Je nach Bruch dauert die vollständige Heilung sechs bis zehn Wochen.
Erst wenn volle Beweglichkeit, Belastbarkeit und Schmerzfreiheit erreicht sind, sollte das Handballtraining wieder aufgenommen werden.
Zur Vorbeugung erneuter Verletzungen empfiehlt sich:
- Gezieltes Hand- und Unterarmkrafttraining
- Verwendung von Tapes oder Fingerschutz bei intensiven Spielphasen
- Bewusstes Aufwärmen und Techniktraining beim Fangen und Blocken
Fazit
Brüche der Mittelhandknochen oder Fingerendglieder sind im Handballsport keine Seltenheit, lassen sich aber mit schneller Diagnostik, fachgerechter Therapie und strukturierter Nachsorge sehr gut behandeln.
Wer auf eine konsequente Rehabilitation achtet, kann in der Regel ohne bleibende Einschränkungen wieder auf das Spielfeld zurückkehren.